Kostenbelastungen der Bürger
Wie soll der Bürger die gesamten
Kostenbelastungen heute noch finanziell stemmen können?
Jeden Tag kommen neue Diskussionspunkte in die Presse, die alle
samt nur immer das gleiche Ziel verfolgen: Den Bürgern des
Landes werden weitere Kosten zugemutet, die vermehrt durch scheinbar
willkürliche Preiserhöhungen zustande gekommen sind.
Beginnen kann man mit der Aufzählung
bei den Benzinpreisen, ein leidiges alltägliches Thema für
viele Berufstätige. Die Politik, Arbeitsagentur und Arbeitgeber
fordern Flexibilität, um einen Job bekommen zu können
oder beizubehalten. Im gleichen Zuge wird jedoch die Pendlerpauschale
nahezu abgeschafft. Zumindest dieser Punkt wird revidiert, da
es in der Instanz vor dem Bundesverfassungsgericht zum Scheitern
kam. Somit kann der Bürger wieder hoffen ein wenig mehr Cent
durch die Steuererklärung zurück zu erhalten. Da die
Benzinpreise jedoch weiter ansteigen ist dies auch bald nur noch
eine Milchmädchenrechnung, da helfen auch gute Ratschläge
wie Spritsparen und gemäßigte Fahrweise kaum weiter.
Spekulanten nutzen jegliche kleine politische Bewegung im nahen
Osten dafür um den Preis für einen Barrel Öl noch
weiter zu pushen. Am Benzin verdient der deutsche Staat kräftig
mit, daher ist hier eine Motivation zum Absenken der Mineralölsteuer
kaum gegeben. Vorschläge aus Bayern eine Maut einzuführen
und gleichzeitig die Steuerbelastung auf das Benzin zu reduzieren
führen in die falsche Richtung, da hierdurch nur Bürger
entlastet werden, die mehr als 9.000 km pro Jahr mit dem Auto
fahren.
Das nächste Schlachtfeld ist
der Strom- und Gaspreis. Das immer währende Argument dass
der Gaspreis an den Ölpreis gebunden ist kann auch kaum noch
jemand hören, da Energiekostenerhöhungen von jährlich
bis zu 10% Dividendenzahlungen von mehr als 15% und Gewinnsteigerungen
von knapp 30% dem Gegenüber stehen. RWE, E.ON, Vattenfall
und Co. bedienen sich also direkt aus den Nettogeldbeuteln aller
Bundesbürger. Günstige Alternativen sind rar, da das
gesamte Geschäft an der Strombörse gestaltet wird. Eine
kleine Hoffnung ist hier die EU, die den Energieriesen das Leben
durch mehr Konkurrenz schwerer machen möchte. Der Ottonormalbürger
hat versucht zu reagieren und einen Holzkohlebrennofen in sein
Haus oder in die Eigentumswohnung eingebaut um so dem Versorger
ein Schnippchen zu schlagen. Weit gefehlt, denn so einfach ist
das nicht. Zum einen kostet so ein Brennofen bis zu 2.000,- €,
wenn er auch nachts durchlaufen soll, zum anderen hat der Holzpreis
enorm zugelegt. Also ist auch diese Alternativ, eine gute Idee,
aber leider abgebrannt. Wer nun hier investiert hat soll aber
auch noch mit einer neuen Steuer belegt werden - eine Doppelstrafe
somit.
Bringen Sie Uhren Müll auch
nicht mehr gerne zum Mülleimer? Wohnen Sie in Baden Württemberg?
Hier werden regional teilweise enorme Kosten für den gelben
Sack erhoben und eine rigorose Müllwirtschaft betrieben,
indem auf so genannten Wertstoffhöfen oder Abfallsammelstoffplätzen
der gesamte Müll sortiert wird. Dieser Wahnsinn ist durch
heutige Technik absolut überflüssig, wie eine moderne
Sortiermaschine bei der Müllentsorgung in Hamburg aufzeigt.
Modernste Technik wird hier vollautomatisch dafür eingesetzt
dass alle natürlichen und künstlichen Bestandteile identifiziert
und entsprechend fein säuberlich aussortiert und separat
gesammelt werden (Von Joghurtbecher bis grüner Glasflasche).
Dies ist, genau wie der grüne Punkt oder eben das Sortieren
der verschiedenfarbigen Gläser in den Sammelstationen überflüssig.
Warum? Sie trennen in grün, wie und braun? Schauen Sie mal
nach was passiert wenn der Entsorgungswagen kommt und den, mit
gutem Gewissen, fein säuberlich einsortierten Glasmüll
abholt. Die große Glaskiste wird hochgehoben, alle drei
Klappen werden geöffnet und alles fällt in einen Sammler
- tolle Idee die Trennung, oder nicht?
Gehen wir nun in den Penny, Lidl
oder ReWe Markt können wir auch dort feststellen dass die
Milchprodukte gestiegen sind - der Frustfaktor steigt mit jedem
Liter Milch. Im Fernsehen wurde nach Ankündigung einer neuen
Preisrunde in der Presse ein Produzent von Butter (es war glaube
ich Kerrygold) interviewt was er davon halten würde. Dieser
entgegnete dass er die Preiserhöhungen gar nicht versteht,
weil diese bei ihm noch gar nicht angekommen sind. Seine eigene
Butter wird jedoch beim Discounter schon teurer verkauft. Willkür
der Discounter oder nicht? Heute in der Bild-"Zeitung"
- morgen als Preiserhöhung auf der Ladentheke, man könnte
es auch "Abzocke light" nennen.
Haben Sie dann eingekauft und vermeintlich
im Aldi gespart, fahren Sie mit Ihrem TÜV,- AU und demnächst
auch -feinstaubgeprüften Auto nach Hause. Eine neue tolle
Umweltidee die Feinstaubplakette, oder nicht? Feinstaubplaketten
für alle. Einige dürfen dann gar nicht mehr in die City
von Berlin oder Hamburg mit Ihrem Golf I fahren, denn dort ist
demnächst Sperrzone für unmoderne Personenkraftwagen
wie diesen. Oder wie sagt der Slogan von Volkswagen "Das
Auto".
Man könnte daher auf die Idee kommen die Bahn zu benutzen,
dann wird einem jedoch auch beinahe der Atem genommen, denn angesichts
der alljährlichen Preiserhöhungen steigen die Ticketpreise
für Menschen, die dieses umweltverträglichste Fortbewegungsmittel
nutzen möchten in schwindelerregende Höhen. Aber damit
hat man dann wenigstens viel Spaß wenn man mal am Freitagnachmittag
von Berlin nach Hannover fahren würde, so nah waren sie,
aufgrund Überfüllung, noch keinem Fahrgast. Flirten
ist schön, jedoch können Sie sich Ihren Flirtpartner
in diesem Umfeld nicht unbedingt aussuchen, sofern sie sich überhaupt
noch bewegen können. Im Flugzeug würde man von Überbuchung
sprechen, nicht so bei der Bahn, denn hier wird teuer verkauft
und dabei dann endlich wirtschaftlich gefahren. Der Bahn geht
schlecht, daher sind auch die Vorstandsgehälter in den vergangenen
Jahren um ein Vielfaches gestiegen - die arme Bahn AG. Aber hier
kann man ja auch noch Verständnis aufbringen, denn viel Lobbyarbeit
von Ex-Politikern zu einer Realisierung von Bahnprivatisierung
kostet eben Geld. Dieses Ziel scheint zumindest gescheitert zu
sein, ein Jubelpunkt für die Fahrgäste, die nun keine
100%-Ticketpreiserhöhungen erwarten müssen (wie in England
nach einer Privatisierung nach 7 Jahren)
Sind sie dann mal zu Hause angekommen, können Sie es sich
vor dem Fernseher mal bequem machen. Dann wünsche ich Ihnen
jedoch dass Sie auch GEZ gezahlt haben, oder nicht? Naja lassen
Sie sich den Spaß auf dem Plasma oder LCD- Flat Screen Fernseher
nicht vermeiden, auch wenn er mindestens 150 Watt bei Betrieb
verbraucht dafür können Sie die Heizung runterdrehen!).
Man gönnt sich ja sonst nichts. Wir wollen hier kein Resümee
ziehen, jedoch ist dies noch lange nicht das Ende der quälenden
Geldausgeberei ohne beinahe jegliches Vergnügen. Der Staat
fordert nach diesem privaten Kassensturz dann noch das man modern
"Riestern" und zusätzlich eine private Rentenversicherung
abschließen sollte. Woher soll der Bürger denn eigentlich
überhaupt noch die Motivation und vor allem das notwendige
finanzielle Häuflein an Euros nehmen, das er dann in eine
private Altersvorsorge stecken soll? Dies sollte ein Politiker
einer Friseurin oder einer Verkäuferin bei Karstadt kommunizieren,
dabei wünsche ich viel Vergnügen.
Nach alle diesen positiven Nachrichten
haben Sie sich dann mal einen Urlaub verdient, vielleicht im Osten
- zum Beispiel auf Rügen, sofern Sie sich die Kurtaxe leisten
möchten. Die Belastung durch den Solidaritätszuschlag
ist zeitlich unlimitiert, aber im Osten können Sie sich zumindest
ansehen wo der monatliche Beitrag geblieben ist. Ob eine Wirtschaftlichkeit
dahinter steht wenn man in Thüringen einen 1,5km Tunnel ins
Erdmassiv rammt mag bezweifelt werden, aber das Geld muss investiert
werden, denn es ist schließlich da.
Zum guten Schluss wird bei allen Belastungen von der Politik noch
gefordert dass fleißig konsumiert werden soll. Wie soll
dies alles noch realisiert werden? Wenn der Bürger kein Geld
mehr übrig hat, kann er eben auch nicht mehr übermäßig
zu Weihnachten oder Ostern konsumieren. Entlastungen gibt es so
gut wie gar nicht und die Zukunft sieht sehr grau aus, denn die
Systeme Rentenversicherung und Krankenversicherung stehen vor
dem Kollaps. Alleine letzt genannte Probleme werden von keiner
Partei in den Fokus genommen, geschweige denn angegangen. Dies
führt so bereits in 10-15 Jahren zu einem finanziellen Schnitt,
der die Mittelschicht gänzlich ausradieren wird und nur noch
eine Ober- und Unterschicht oder um andere Worte zu wählen
Arm und Reich verbleibt. Die soziale Schere klafft immer weiter
auseinander im Wirtschaftsland Deutschland.